Geschichte
Als karolingischer
Königshof
hieß der Ort im 8. Jahrhundert "Chunigeshofen in montibus versus
Bohemiam" (Königshof im Gebirge auf Böhmen
zu) und wurde 741 in einer Schenkungsurkunde an das Bistum
Würzburg zum ersten Mal erwähnt. Die Karolinger hatten an der Aufseß-Quelle
einen Königshof angelegt, dessen Befestigungen der Sicherung des Straßennetzes
in einer Grenzregion des Frankenreichs
dienten. Kaiser Karl
der Große wollte 805 den Waffenhandel mit den östlich gelegenen
Slawengebieten kontrollieren und setzte dazu in Hallstadt und Scheßlitz
Kommissare ein. Noch im 16. Jahrhundert reichte der Reichsforst Hauptsmoorwald
bis an die Königsfelder Gemarkung.
Der zum Königsgut gehörende Wirtschaftshof lag am westlichen
Ortsrand. Ein zweiter Siedlungskern befand sich unmittelbar an der Aufseß
im östlichen Ortsbereich. Hier wurde slawische Siedlungskeramik gefunden.
Eisenerzvorkommen um Königsfeld wurden seit vorgeschichtlicher Zeit
abgebaut und verhüttet und hatten wohl eine wirtschaftliche Bedeutung für
den Königshof. Heute erinnern Schürfgruben, Schlackenhalden und
Flurnamen wie zum Beispiel Arzberg (Erzberg) noch daran.
1008 schenkte Kaiser Heinrich
II. dieses Königsgut („sein Eigen mit allen Zugehörigen“) dem Bistum
Bamberg. Bamberger Ministerialen,
also Gefolgsleute des Bischofs, sind seit 1121 nachweisbar.
König Karlmann
teilte 741/742 Königsfeld dem neu errichteten Bistum Würzburg zu. Würzburger
Zehntrechte finden sich noch nach der Gründung des Bistums Bamberg in
Poxdorf, Brunn und Voitmannsdorf. Der Würzburger Bischof war bis ins 14.
Jahrhundert hinein Patronatsherr der Kilianskirche zu Königsfeld.
Im 14. Jahrhundert kam Königsfeld an die Herren von Aufseß.
Pfarrer-Funk-Denkmal an der Aufseßquelle
Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde der Ort 1632 von den
Schweden niedergebrannt. Bei diesem Überfall wurde der damalige Pfarrer
Funk an der Aufseßquelle ermordet. An ihn erinnert das Marterl
an der Quelle.
Königsfeld als Teil des Hochstifts Bamberg kam mit dem Reichsdeputationshauptschluss
von 1803 zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit
dem Gemeindeedikt
von 1818 die heutige Gemeinde.
Im 17. Jahrhundert hatte sich der Ort auf mehr als 1000 Einwohner vergrößert.
Durch den Dreißigjährigen
Krieg verringerte sich diese Zahl jedoch stark und die Ortschaft
konnte diesen Stand nie mehr erreichen. Auf die heutige Einwohnerzahl von
ca. 1400 kommt die Jura-Gemeinde Königsfeld durch die Eingemeindung von
sechs weiteren Orten. Durch Flüchtlinge stieg die Einwohnerzahl nach 1945
zwar an, die landwirtschaftlich geprägte Wirtschaftsstruktur bot jedoch
nicht ausreichend Arbeitsplätze, so dass viele Menschen in Stadtregionen
abwanderten.
Den Ersten Weltkrieg überstanden Königsfeld und die umliegenden
Ortschaften ohne große Schäden. Am Ende des Zweiten Weltkriegs lag Königsfeld
aber mehrere Stunden unter Beschuss US-amerikanischer Soldaten.
Schlimmeres konnte ein verwundeter Amerikaner verhindern, der zu seiner
Einheit zurückgebracht wurde.
Seit der Gebietsreform vom Mai 1978 bildet Königsfeld zusammen mit den
beiden Gemeinden Stadelhofen und Wattendorf
die Verwaltungsgemeinschaft Steinfeld, deren Sitz in dem zentral gelegenen
Ort Steinfeld
ist.
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